Der Vermittlungsablauf

Wir führen kein Tierheim - unsere Schützlinge sind alle in privaten Pflegestellen, noch bei den Besitzern bzw. vereinzelt in Hundepensionen untergebracht. Der Vorteil hierbei ist, dass fast alle Hunde im privaten Umfeld leben und nicht in einer stressigen Tierheimatmosphäre. Völlig eingegliedert in das dortige Familienleben, erfahren sie Zuwendung und Streicheleinheiten, sowie die nötige Erziehung. Hier kümmert man sich liebevoll um die Tiere und hat verständlicher Weise mehr Zeit für jeden einzelnen Pflegling, als dies in einem großen Tierheim der Fall wäre.

Ein kleiner Nachteil an dieser Unterbringung ist, dass Interessenten sich "unsere" Tiere nicht alle an ein und demselben Ort ansehen können. Wer einen Hund adoptieren möchte, der möchte bitte vorher überlegen, ob er die Fahrt mit vorhandenen Hunden und der kompletten Familie auf sich nehmen möchte.

Jeder Interessent wird bei uns nicht nur eingehend beraten sondern auch gewissenhaft über die Tugenden und auch die Schwachpunkte unserer Pfleglinge informiert, soweit sie bekannt sind.

Bitte bedenken Sie, jeder Hund verhält sich in einer fremden Umgebung und je nachdem wie wir Menschen mit ihnen umgehen, anders. Jeder Hund hat eine andere Vorgeschichte und damit auch andere Probleme. Einige Probleme tauchen erst später auf, andere die es in der Pflegestelle gab, gibt es auf einmal gar nicht mehr. Wer einen perfekten Hund sucht, der einfach nur funktioniert, ist bei uns falsch! Sie werden sehr unterschiedliche Individuen mit unterschiedlichen Anforderungen an sie finden und vielleicht ist auch ihr künftiges Familienmitglied darunter.

Wir haben einige Hunde, die Mitleid erwecken. Bitte bedenken sie eines bei der Adoption: haben sie Mitleid, aber zeigen sie es nicht dem Hund, denn dieser kann damit nichts anfangen. Für ihn ist es eine Schwäche des Menschen, die ausgenutzt wird oder ihn stark verunsichert, welches noch mehr Probleme mit sich führen wird.

Bei einigen Hunden besteht auch die Chance, dass Sie auf eine Pflegestelle mit Option auf Übernahme ziehen. Diese Hunde (eine entprechende Information steht bei dem jeweiligen Hund dabei) werden erst einmal mit einem Pflegevertrag in ihre (Pflege-)Familie ziehen. Erst wenn alle ärztlichen Untersuchungen, Impfungen usw. abgeschlossen sind und die Chemie zwischen Hund und Haltern stimmt (in der Regel nach 4 Wochen), wird der Schutzvertrag geschlossen. Solche Pflegestellen bezeichnen wir als Pflegestellen mit Option auf Übernahme. Es besteht aber auch die Chance einen Hund als reine Pflegestelle bis zur Vermittlung bei sich aufzunehmen.

Pflegestellen werden immer gesucht. Wenn Sie Interesse haben einen Hund als Pflegestelle oder auch mit der Option auf Übernahme bei sich aufzunehmen, kontaktieren Sie uns bitte. Auch wenn aktuell kein passender Hund auf unserer Homepage vorgestellt wird - kann der nächste Notfall bereits auf genau Sie warten.

Interessieren Sie sich für einen unserer Hunde, so kontaktieren Sie bitte den angegebenen Kontakt oder senden Sie uns den ausgefüllten Vorkontroll-Fragebogen per eMail zu. Gerne können Sie uns auch telefonisch kontaktieren. Durch ein persönliches Gespräch können Sie uns Ihre Fragen stellen und wir informieren Sie über den Hund. Dieser Ablauf ist in Hinblick auf eine Vermittlung oder Pflegestelle identisch.

Wenn beide Parteien nach diesem ersten Telefonkontakt der Meinung sind, dass Hund und Mensch gut zusammen passen könnten, werden wir eine so genannte Vorkontrolle bzw. Vorabbesuch bei Ihnen organisieren. Dies bedeutet, dass jemand von uns oder eine beauftragte Person (z.B. von einer anderen Tierschutzorganisation) Sie vor Ort besucht und überprüft, ob Ihre Angaben in dem uns zugesandten Fragebogen stimmen. Schrecken Sie davor bitte nicht zurück! Diese Maßnahme dient dem Schutz unserer Hunde. Sicherlich können Sie sich vorstellen, dass hier viel Schindluder betrieben wird. Wenn diese Vorkontrolle positiv verläuft, dann können Sie Ihren vielleicht künftigen Hausgenossen zwecks Kennenlernen besuchen. Stimmt die Chemie und Sie können sich eine Adoption vorstellen, so darf Ihr neues Familienmitglied direkt umziehen.

Vor der Übernahme werden wir bzw. die Pflegestelle einen Schutzvertrag mit Ihnen abschließen.
hier finden sie das Muster Schutzvertrag

Der Schutzvertrag dient in erster Linie - wie der Namen schon sagt - dazu, das Tier zu schützen.
Daher verbleibt auch der Hund in unserem lebenslänglichen Eigentum. So ist ein optimaler Schutz gewährleistet. Dies wäre bei einem Kaufvertrag - sprich Eigentümerwechsel - (kann auch Schutz-, Abgabevertrag genannt werden) nicht der Fall. Es geht darum, dass es uns erst dadurch möglich ist, einen Hund, der z. B. nicht Artgerecht gehalten wird (also Verstoß gegen die Bedingungen des Schutzvertrages), warum auch immer wieder abgegeben werden soll oder - wie wir es leider auch schon erlebt haben - wegen schwerer Erkrankung von Dritten im Tierheim abgegeben wurde, Eigentümer abholen und im familiären Umfeld unterbringen können. Im Übrigen ist es nicht so, wie oft verbreitet, dass jemand von uns kommt und einfach den Hund abholen möchte. Daher lasen Sie sich nicht abschrecken. Sehen Sie uns als Partner, der auch nach einer erfolgreichen Vermittlung mit Ihnen um das Wohl der Hunde besorgt ist.

Im Falle einer Vermittlung erheben wir eine Schutzgebühr von 300 Euro. Für alte und kranke Hunde gilt nach Absprache. Die Schutzgebühr ist bei Übergabe in bar fällig. Bitte nehmen Sie bei einer Vermittlung den Personalausweis mit. Dieser ist bei Abschluss des Schutzvertrages vorzulegen.

Alle Hunde werden von uns (soweit es de
r Tierarzt beurteilen kann) gesund, gechippt, mit EU-Pass und geimpft an sie übergeben. Auch wird bei Hunden aus dem Ausland bzw. bei anderen Hunden bei Verdacht ein Mittelmeercheck durch ein Labor durchgeführt. Die meisten Hunde haben mindestens eine ärztliche Untersuchung hinter sich. Über uns bekannte Krankheiten und/oder gesundheitliche Einschränkungen/Probleme des Hundes werden Sie selbstverständlich ausgiebig informiert.

Wenn Sie einen Hund adoptiert haben, finden zeitlebens Nachkontrollen statt. Nur so kann sichergestellt werden, dass es den vermittelten Tieren in ihrem neuen Zuhause auch wirklich und dauerhaft gut geht. Außerdem haben wir ein Interesse daran, einem Tier welches wir teilweise persönlich kennengelernt haben, in seinem neuen Leben zu begleiten und zu sehen wie es sich entwickelt.

Nachkontrollen werden von engagierten Ehrenamtlichen durchgeführt. Sie brauchen keine Angst haben, dass wir alle paar Wochen jemanden vorbeischicken. Die Nachkontrollen finden in keinem festen, zeitlichen Abstand statt. Je nachdem, wie der Kontakt zu den neuen Besitzern ist, können die Abstände auch größer ausfallen. In der Regel verlaufen die Nachkontrollen in entspannter Atmosphäre und oftmals profitiert der Halter auch davon.

Wir freuen uns natürlich immer, wenn von selber ab- und an ein Lebenszeichen mit ein paar Fotos von einem usnerer ehemaligen Schützlinge folgt.

Information - was sollte ich beachten, wenn ein Notdalmi einzieht:

Wir bedanken uns ganz herzlich dafür, dass Sie einem Hund ein Zuhause oder Pflegestelle anbieten und sich bereit erklären, für ihn zu sorgen.

Ihr Hund wird vielleicht sich nicht gleich so benehmen, wie sie es erwarten oder erhoffen. Falls schon ein Hund vorhanden war, er ist es nicht, er wird ganz anders sein. Erwarten sie nicht zuviel von ihrem neuen Familienmitglied.

Bitte bedenken Sie die Vorgeschichte Ihres Hundes und überfordern Sie ihn nicht - vor allem in den ersten Tagen. Ihr neues Familienmitglied sollte erst einmal Vertrauen fassen können und ankommen. Es kann sein, dass gerade auch bei einem sauberen Hund ein Malheur passiert. Bedenken sie bitte: er war es vielleicht anders gewohnt oder traut sich einfach auch nicht sich zu melden. Das klauen von Lebensmitteln ist für viele Hunde völlig selbstverständlich und viele Halter arbeiten an dem Problem nicht. Verbieten sie es vom ersten Tag an, sonst weis er später nicht warum er es erst durfte und jetzt auf einmal nicht. Haben sie Geduld, aber seien sie konsequent.

Auch wenn ihr Hund später bei ihnen auf die Couch / ins Bett darf, lassen sie es nicht gleich zu. Bitte regeln sie erst einmal die Rangordnung in der Familie. Der Hund sollte am Ende der Familie rangieren und nicht vor den zweibeinigen Familienmitgliedern.

Wenn das geklärt ist, dann ist auch Couch und Bett kein Problem.

Die meisten Hunde ziehen am Anfang stark an der Leine. Wir bitten daher ein Geschirr ggf. in Verbindung mit einem breiten Halsband zur Führung zu benutzen. Gerade Hunde, die nicht leinenführig sind, empfinden das Zuschnüren der Kehle durch das Halsband als sehr schlimm und ziehen daher noch stärker. An einem Geschirr können Sie auch einen kräftigen Hund problemlos halten, ohne dass er gewürgt wird. Bedenken sie, abgesehen davon, dass sie es auch nicht toll finden würden, wenn sie jemand am Hals würgt, wird durch das Ziehen auch die Bandscheibe regelmäßig gestaucht. Die Schäden zeigen sich oftmals in Form von Bandscheibenvorfälle und meist erst später - wenn es also schon zu spät ist.

Bei unsicheren, ängstlichen Hunden bitten wir um doppelte Sicherung mit Geschirr und Zugstophalsband. Es dauert keine 5 Sekunden bis ein Hund aus einem Halsband oder Geschirr geschlüpft ist. Bei einem richtigen sitzenden Zugstophalsband kommt ein Hund nicht raus.

Wir bitten den Hund die ersten 14 Tage nicht von der Leine zu lassen. Die Gefahr, dass er wegläuft, auf eine Straße oder in den Wald, ist sehr groß. Er hat noch keine Bindung an Sie, kennt unter Umständen nicht seinen Namen und keine Kommandos. Nützlich erweisen sich hier 10-20m-Schleppleinen, mit denen man das Heranrufen üben kann. Flexileinen sind nicht so geeignet, da der Hund dadurch das ziehen lernt. Flexileinen sind bei einem gut erzogenen Hund eine Hilfe, wenn er mal nicht von der Leine darf.

Wenn bereits Hunde in Ihrem Besitz sind, ist es empfehlenswert, den Neuankömmling zuerst in einem separaten Raum zu füttern, um ein Nahrungskonkurrenzverhalten zu vermeiden.

Es passiert schnell mal, dass ein Hund die Nahrungsumstellung nicht verkraftet. Ein natürliches Heilmittel ist Heilerde, die man in der Drogerie bekommt. Diese in Joghurt, Quark oder Hüttenkäse einrühren und der Magen beruhigt sich oft schnell wieder. Oder das Einkochen von Mohrrüben zu einem Brei und das füttern. Auch kann es helfen, den Hund einen Tag hungern zu lassen oder Reis mit Hüttenkäse und geriebenem Apfel zu füttern.

Wir stehen für unsere Hunde nicht nur am Anfang, sondern soweit es uns möglich ist ein Leben lang mit Rat und Tat zur Seite. Scheuen Sie sich nicht bei Problemen Kontakt aufzunehmen.

Wir wollen nicht nur, dass unsere Hunde ein tolles neues Zuhause finden, sondern auch, dass die Menschen mit der Entscheidung einen Secondhand Hund aufgenommen zu haben, glücklich sind.

Die SOS-Dalmatinerrettung

Hier nochmal alle Dokumente zum Herunterladen auf einen Blick:
Vorkontroll-Fragebogen
Pflegevertrag
Schutzvertrag